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Auf der zweiten, wieder gut besuchten Bürgerversammlung am 26.11.2015 im Rathaus Zehlendorf wurden von der Bürgerinitiative 7 x 7 Vorschläge für Zehlendorf vorgestellt. Welche Wünsche und Ideen gibt es? Wo kann etwas verändert oder verbessert werden? Wie wird Zehlendorf Mitte nach menschlichem Maß umgestaltet?

Alle drei Bezirksstadträte betonten, wie sehr ihnen eine Aufwertung von Zehlendorf Mitte am Herzen liegt. Sie wollen auch mehr Platz für Menschen, sichere Fahrradwege, eine Neugestaltung der Dorfaue oder z.B. auch den Umbau des Rathauses. Aber insgesamt klangen die Beiträge wieder nur nach guten Vorsätzen. Konkrete Vorschläge vom Podium waren die Ausnahme.

Das Rathaus wirkte auf die anwesenden Bürger an dem Abend ratlos. Ohne Frage, alle in der Bezirksregierung und -verwaltung haben viel zu tun und mit den Abendveranstaltungen oft lange Arbeitstage, aber als Bürger wünscht man sich doch etwas mehr Mut und Einsatzfreude.

Die Leiterin der Abteilung Stadtentwicklung, Frau Lappe, sagte, sie möchte gerne einen Teil der Vorschläge aufgreifen. Sie sagte weiter, bei ihr im Amt gibt es auch bereits viele Ideen und ausgearbeitete Entwürfe zu Projekten in Zehlendorf Mitte. Umgesetzt wurde davon aber bislang wenig. Es ist so schwer, das Geld dafür bewilligt zu bekommen. Sie empfiehlt, erst die Prioritäten und die zeitliche Abfolge abzustimmen. Das kann das Planungsverfahren leisten. Wann es aber startet, das konnte sie nicht sagen, obwohl der Antrag nun inzwischen 3 Monate vorliegt und seitdem durch die Ausschüsse wandert.

Der einzige Vertreter auf dem Podium, der Positives und von konkreten Maßnahmen berichten konnte, war Herr Mülller-Ettler, Leiter der Abteilung Tiefbau, Straßen und Grünflächen.

Er sagte: Den Vorschlag „[17] Anhaltinerstraße mit Streifen für Fahrrad/Pedelec/E-Bike-Route umgestalten“ soll nach 2jähriger Verzögerung nun im nächsten Jahr erledigt werden. Die Maßnahme verzögerte sich, weil erst noch ein unter der Straße befindliches Abwasserrohr erneuert werden soll, bevor der Radstreifen neu asphaltiert wird.

Ebenso konnte er zum Vorschlag „[24] E-Bike-Service-Station am S-Bahnhof Zehlendorf bauen und betreiben“ vermelden, dass für die Maßnahme bereits Geld im Haushalt reserviert ist. Man sucht aber noch nach einem Betreiber für die neue „Fahrradgarage“.

Viele der anwesenden Bürger gingen in ihren Beiträgen auf einzelne der vorgestellten Vorschläge ein. Die sehr sachlich geführte Diskussion brachte auch neue Ideen und Vorschläge, wie man dunkle Ecken heller, gefährliche Ecken sicherer, hässliche Ecken schöner und kaputte Ecken reparieren kann.

Aus Sicht der Bürger sollte mit den kostengünstigen Lösungen möglichst bald begonnen werden.

Parallel dazu sollten nächstes Jahr die aufwendigeren Maßnahmen im bezirklichen Planungsverfahren abgestimmt werden.

Je mehr Vorschläge es in die Wahlprogramme der Parteien schaffen, desto eher kann die Neugestaltung von Zehlendorf Mitte Teil der Koalitionsvereinbarung für die nächste Legislaturperiode werden. Dafür lohnt es sich zu werben.

Da mündlich auf der Versammlung trotz mehrfacher Nachfrage „Wann startet denn nun nächstes Jahr konkret das Planungsverfahren mit Bürgerbeteiligung“ keiner der Anwesenden eine Antwort gab, haben wir als Bürgerinitiative im Nachgang das Rathaus nun um eine schriftliche Stellungnahme dazu gebeten.

Wir hoffe, das Rathaus ist nicht ratlos.